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Zaostrog

Zaostrog wird zum ersten Mal in schriftlichen Dokumenten aus dem Jahre 1494 erwähnt, als Mühlsteine aus Granit aus der Jungsteinzeit auf dem Berg Viter (oberhalb von Zaostrog) als Beweis für vergangene Zivilisationen gefunden wurde. Viele antike Denkmäler aus dem Umland Zaostrogs bezeugen das römische Zeitalter (ein Relief mit Tänzern und Flötenspielern in illyrischer Trachtenkleidung, ein Relief des Gottes Mithras sowie zwei Grabdenkmäler).

Als die Kroaten in diesem alten Dorf ankamen, erhielt es den Namen Ostrog, und der byzantinische Kaiser Konstantin sprach von diesem Ort im Jahre 950 als einen von vier heidnischen Ortschaften des Neretvanischen Fürstentums (Mokrun, Berulija, Ostrog und Labinbetza). Die mittelalterliche Burg Ostrogs befand sich hoch oben auf dem Berg Špašnik, und später wurde nördlich unterhalb des Berges das neue Dorf Zaostrog gegründet.  Im 15. Jahrhundert wurde festgelegt, dass die Herrscher Zaostrogs kroatische Adelige sein sollten, die Gebrüder Vlatkovići-Jurjevići. Aus dieser Zeit sind Überreste der Burg mit steinernem Eingang, sowie ein Relief einer Hand zu finden. Im 17. Jahrhundert begannen die Anwohner, in Richtung Meeresküste umzusiedeln, und im Jahre 1962 zogen die letzten Familien aus den alten Dörfern ans Meer.

Das alte Dorf Zaostrog kennzeichnen drei Kirchen: eine alte, gotische Kirche St. Barbara mit einem antiken Teil, eine kleine Kirche St. Rochus aus dem 17. Jh., und die neuere Kirche St. Barbara aus dem Jahre 1872. Neben den Kirchen befinden sich drei Kapellen: die Hl. Anton im Dorf aus dem Jahre 1893, die Muttergottes auf Kučine aus dem Jahre 1911 und die Hl. Elias auf Prosika aus dem Jahre 1894.

Die wichtigste Gedenkstätte auf diesem Gebiet ist das Franziskanerkloster St. Maria. Der Legende zufolge wurde es von den Mönchen „Eremiten des Hl. Augustinus“ im 14. Jahrhundert gegründet. Nach dem Fall Bosniens im Jahre 1463 verliessen diese das Kloster wieder. 1468 bezogen es Franziskanermönche aus der Provinz Bosna Srebrena, die sich auch heute noch darin befinden. Im Jahr 1640 gab der Generalvisitator aus Rom bekannt, dass dieses Kloster das schönste aller damaligen Provinzen sei.   Die steinerne Inschrift über dem Haupteingang der Kirche des Klosters ist in kroatischen Worten und in kroatischer Schrift (Bosančica), und stammt aus dem Jahre 1589. Das Kloster war zu dieser Zeit eine bekannte Heiligenstätte, und es wurde in die Liste der weltweiten Muttergottesstätten eingetragen, wobei es u.a. eine bedeutende Aufklärungsrolle hatte. Dort befanden sich eine Schule für die Möncherziehung, eine Grundschule, eine humanistische Schule, ein Gymnasium sowie eine philosophische und eine theologische Schule. Das Kloster besitzt eine Bibliothek mit einem reichen Fundus von 20 000 Büchern und einem reichhaltigen Archiv. In dem Kloster sind die Arbeiten von einem der bekannten, lebendigen kroatischen Maler, Mladen Veže ständig ausgestellt. Unter den vielen bekannten Personen der kroatischen Kultur, die in Zaostrog lebten, sind Bruder Andrija Kačić Miošić (der dort auch verstarb) und Bruder Ivan Despot zu nennen. Im botanischen Klostergarten wachsen mehr als 250 Kräutersorten…

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